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Was ist Breathwork?

Der Begriff Breathwork meint die Arbeit mit beschleunigter und vertiefter Atmung. Diese Arbeit erfährt derzeit grosse Beliebtheit, gleichzeitig existiert keine klare, allgemein anerkannte Definition des Begriffs. Das holotrope Atmen und Rebirthing waren die ersten Techniken, die eine relativ weite Verbreitung erfahren haben. Daraus haben sich inzwischen zahlreiche unterschiedliche Strömungen entwickelt. All diesen Methoden ist gemeinsam, dass über den Atem eine Trance herbeigeführt wird. In diesem erweiterten Bewusstseinszustand werden unbewusste und verdrängte Themen sichtbar und zugänglich. Die Tiefe der Trance unterscheidet sich aber je nach Herangehensweise, ebenso wie die Art der Begleitung.

Einige Breathwork-Formen eignen sich gut für die Arbeit in Einzelsettings (siehe unten, Verbundener Atem), bei anderen bietet sich eher die Arbeit in Gruppen an.

Was ist holotropes Atmen?

Holotropes Atmen unterscheidet sich von anderen Breathwork-Arten durch mehrere Faktoren. Die Sessions dauern rund drei Stunden und werden von einem speziell zusammengestellten Musikset begleitet. Begleitet wird diese Erfahrung bei Bedarf von einer besonderen Form der Körperarbeit. Diese ermöglicht und erleichtert die Auflösung von Themen, die in unserem Körper feststecken. Üblicherweise wird holotropes Atmen in Tagesworkshops durchgeführt, die zwei Sessions beinhalten. Dabei arbeiten je zwei Teilnehmende zusammen, wobei jeweils die eine Person atmet und die andere begleitet («sittet»). In der zweiten Session werden die Rollen gewechselt.

Das holotrope Atmen ist geprägt von der Haltung des Nicht-Wissens. Das bedeutet, nicht ungefragt einzugreifen oder zu lenken, da die Begleitenden davon ausgehen, dass sie nicht wissen können, was die atmende Person gerade braucht. Stattdessen gibt man dem Prozess den Raum, sich auf völlig natürliche Weise zu entfalten, und begleitet den Prozess lediglich. Die Atmenden werden dabei auf ihren eigenen Wunsch hin unterstützt, beispielsweise durch emotionalen Beistand. Auch eine bestimmte Art der Körperarbeit kann zum Einsatz kommen. Diese ermöglicht und erleichtert die Auflösung von Themen, die im Körper feststecken.

Die Haltung des Nicht-Wissens wird auch nach der eigentlichen Atemsession fortgeführt. So liegt beispielsweise die Deutungshoheit immer bei den Menschen, welche die Erfahrung gemacht haben. Es wird lediglich der Raum geboten, die Erfahrung in einem sicheren Umfeld zu machen.

woher stammt das holotrope atmen?

Die Methode wurde von Stanislav und Christina Grof entwickelt. Stanislav Grof arbeitete am Anfang seiner Karriere mit Patienten der Psychiatrie, von denen viele als hoffnungslos galten. Keine der angewandten Therapien konnte ihnen helfen, man suchte nach neuen Wegen. Grof entdeckte diese neuen Wege in der Arbeit mit psychedelischen Substanzen, ein Forschungsgebiet, das heute aufgrund seines klinischen Potentials wieder deutlich mehr Beachtung erfährt. Die erweiterten Bewusstseinszustände, die er zunächst über die Substanz in seinen Patient:innen erzeugte, ermöglichten es, einen Weg in das Unterbewusstsein der Patienten zu finden. So konnten auch Themen bearbeitet werden, bei denen übliche Verfahren nicht weiterhalfen.

Das Verbot dieser Substanzen, das Anfang der 70er-Jahre kam und auch die Forschung betraf, motivierte ihn, alternative Wege zu finden, um die heilenden Eigenschaften der Bewusstseinserweiterung weiterhin für seine Patient:innen nutzen zu können.

Grof widmete sein ganzes Leben der Erforschung erweiterter Bewusstseinszustände. Dabei beschäftigte er sich mit Trancetechniken aus Kulturen der ganzen Welt. Er stiess immer wieder auf zwei Elemente: den beschleunigten Atem und die eingesetzte Musik, die kulturübergreifend von starken Rhythmen geprägt war. Aus seinen Erkenntnissen entwickelte er dann gemeinsam mit seiner ersten Frau Christina das holotrope Atmen. Christina verfeinerte insbesondere die Zusammenstellung der Musik. Seit der Mitte der 1980er Jahre wird das holotrope Atmen nun als effiziente Technik genutzt und immer weiter verfeinert.

der verbundene Atem

Da das holotrope Atmen einen hohen Aufwand mit sich bringt und laute Musik erfordert, ist es nicht so einfach möglich, diese Methode 1:1 in einer Praxis anzuwenden. In meiner Praxis kommt deshalb der Verbundene Atem zum Einsatz. Die einzelnen Atemsitzungen sind hier kürzer, die Musik wird anders gestaltet und hat lediglich Zimmerlautstärke. Ich arbeite aber mit derselben Einstellung wie beim holotropen Atmen und setze bei Bedarf auch die gleiche Art von Körperarbeit ein. Diese Methode stellt einen guten Einstieg in verschiedene Breathwork-Formen dar. Sie kann, ebenso wie das holotrope Atmen, ins Stocken geratene therapeutische Prozesse wieder in Bewegung bringen. Auch zur Selbsterforschung ist der Verbundene Atem sehr gut geeignet und von manchen Menschen wird er ergänzend zu den punktuell stattfindenden holotropen Sessions eingesetzt.

Die Gruppenworkshops in Basel werden von Luccio & Janka Schlettwein organisiert: www.holotrop.ch ich arbeite seit vielen Jahren regelmässig mit ihnen zusammen und kann sie uneingeschränkt empfehlen.

Unter bestimmten Umständen ist es möglich, Einzelsessions mit dem holotropen Atmen bei dir zuhause durchzuführen. Wenn du daran Interesse hast, kontaktiere mich und wir besprechen, ob und in welchem Rahmen eine solche Einzelerfahrung möglich ist.

Mehr über das holotrope Atmen: www.holotropic.com | www.holotropic-association.eu

Integration nach psychedelischen Erlebnissen

Yoga, Meditation, Atemtechniken, Trancetechniken und verschiedene psychoaktive Substanzen können intensive Erfahrungen erzeugen. Sie können uns in ungeahnte Höhen oder Tiefen mitnehmen. Auch tiefe Einsichten in unsere Persönlichkeit, Verhaltensmuster oder Probleme werden möglich. Durch sie können wir uns mit schweren Traumatisierungen konfrontieren oder transzendente Zustände erleben. Keine Erfahrung gleicht dabei der anderen. Die Intensität solcher Erfahrungen erfordert anschliessend einen bewussten und achtsamen Umgang damit. Zudem nehmen viele Menschen tiefgreifende Erkenntnisse mit, die das Potential haben, eigene Verhaltensmuster zu verändern. Die Integration psychedelischer Erlebnisse findet nicht nur im Kopf, sondern auch in der Seele und im Körper statt. Die Erfahrung muss also nicht nur verstanden werden, sondern es ist wichtig, in Kontakt mit der eigenen Gefühlswelt und den körperlichen Reaktionen darauf zu bleiben. Gut integriert ist eine Erfahrung dann, wenn sie eine positive Veränderung im Leben der betreffenden Person nach sich gezogen hat: sie hat ihren Platz in der Seele dieser Person gefunden. Das kann, je nach Inhalt der Erfahrung, einige Tage oder Wochen dauern, manchmal dauert es aber auch Jahre oder sogar ein ganzes Leben.

Begleitung und Integration deiner Erlebnisse

Auf dem Weg der Integration können verschiedenste Hindernisse auftauchen. Das beginnt manchmal schon beim Verständnis der Erfahrung an sich, betrifft aber auch häufig die schlichte Frage, wie genau das Erfahrene denn im Alltag umgesetzt werden kann oder wie alte Verhaltensmuster, die als ungünstig oder störend identifiziert wurden, überhaupt abgelegt werden können. Die körperorientierte Arbeit mit der Erfahrung und den Hindernissen bietet hierfür einzigartige Chancen, denn erst wenn Entwicklungsprozesse wirklich in den Körper eingesunken sind, bleiben sie in jeder Situation verfügbar.

Gerade wenn eine psychedelische Reise sehr schwierige und schmerzhafte Themen berührt hat oder sogar verstörend auf die betreffende Person gewirkt hat, kann es auch passieren, dass danach Symptome auftauchen oder schlimmer werden. Das kann einen hohen Leidensdruck hervorrufen. Auch in solchen Fällen kann die körperorientierte Arbeit helfen. Ähnlich wie bei der Traumatherapie geht es dann um eine sorgfältige Einordnung des Geschehenen und eine achtsame Bearbeitung der auftauchenden Gefühle. In meiner Praxis findest du einen sicheren Raum, um deine Erfahrung zu erzählen, zu erforschen, einzuordnen und dich daran weiterzuentwickeln.

Ich biete keine Substanzerfahrungen an. Wenn du eine Erfahrung in einem erweiterten Bewusstseinszustand machen willst, empfehle ich dir das holotrope Atmen oder den Verbundenen Atem.